Zum Inhalt springen

Krankenseelsorge

Hand halten

„Ist einer unter euch krank, dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben.

Das gläubige Gebet wird den Kranken retten und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben.“

Jakobusbrief, Kapitel 5, Vers 14-15

Krankensalbung

Das letzte der sieben Sakramente ist die Krankensalbung, die auch als „die heilige Ölung“ bezeichnet wird. Sie soll Kranken Kraft geben, ihre Schmerzen erleichtern und ihnen die Präsenz Gottes spürbar machen.

Gespen­det wer­den darf das Sakra­ment nur von einem Pries­ter, der zuvor zur Sal­bung geru­fen wur­de. Nach einem Eröff­nungs­ge­bet, der Mög­lich­keit zur Beich­te und einem Wort­got­tes­dienst eröff­nen Für­bit­ten die eigent­li­che Sal­bung. Dabei legt der Pries­ter dem Kran­ken die Hän­de auf. Oft­mals legen zugleich auch die Ange­hö­ri­gen ihre Hän­de auf. So soll der Kran­ke nicht nur die Nähe Got­tes, son­dern auch die Lie­be der Ange­hö­ri­gen spü­ren. Anschlie­ßend salbt der Pries­ter die Stirn des Kran­ken mit den Wor­ten: ​Durch die­se hei­li­ge Sal­bung hel­fe dir der Herr in sei­nem rei­chen Erbar­men, er ste­he dir bei mit der Kraft des Hei­li­gen Geis­tes. — Amen.” Nach der Sal­bung der Han­din­nen­flä­chen („Der Herr, der dich von Sün­den befreit, ret­te dich, in sei­ner Gna­de rich­te er dich auf. – Amen.“) und dem Vater­un­ser spen­det der Pries­ter zuletzt den Segen.

Die Kran­ken­sal­bung wird im Ver­lauf einer Krank­heit, bei schwe­rem (psy­chi­schen) Lei­den oder in aku­ter Lebens­ge­fahr vom Pries­ter gespendet.

Quelle: Bistum Passau

Was lehrt die Kirche zur Krankensalbung?

Einfach erkärt

Thumbnail Krankensalbung
3. Mai 2024

Im Alten Testament erfährt der Mensch in der Krankheit seine Begrenztheit. Zugleich nimmt er wahr, dass die Krankheit auf geheimnisvolle Weise mit der Sünde zusammenhängt. Die Propheten haben vorausgesehen, dass die Krankheit auch einen erlösenden Wert für die eigenen Sünden und die Sünden anderer haben kann. So wurde die Krankheit im Blick auf Gott erlebt, von dem der Mensch die Heilung erflehte.

Kompendium des Katechismus der Katholischen Kirche 313

Das Mitleid Jesu mit den Kranken und seine zahlreichen Heilungen von Krankheiten sind ein offensichtliches Zeichen dafür, dass mit ihm das Reich Gottes und folglich der Sieg über Sünde, Leiden und Tod gekommen ist. Durch sein Leiden und seinen Tod gibt er dem Leiden einen neuen Sinn: Vereint mit seinem Leiden, kann es zu einem Mittel der Läuterung und des Heils für uns und für die anderen werden.

Kompendium des Katechismus der Katholischen Kirche 314

Die Kirche hat vom Herrn den Auftrag erhalten, die Kranken zu heilen. Darum bemüht sie sich, die Kranken zu pflegen und mit ihrer Fürbitte zu begleiten. Vor allem besitzt sie ein besonderes Sakrament für die Kranken, das von Christus selbst eingesetzt und vom heiligen Jakobus bezeugt ist: „Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Presbyter der Kirche zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben“ (Jak 5, 14).

Kompendium des Katechismus der Katholischen Kirche 315

Dieses Sakrament kann jener Gläubige empfangen, der wegen Krankheit oder Altersschwäche in Lebensgefahr gerät. Derselbe Gläubige kann es auch weitere Male empfangen, wenn sich die Krankheit verschlimmert oder wenn ihm eine andere schwere Krankheit zustößt. Wenn möglich, soll der Feier dieses Sakramentes eine individuelle Beichte des Kranken vorausgehen.

Kompendium des Katechismus der Katholischen Kirche 316

Die Krankensalbung kann nur von Priestern (Bischöfen oder Presbytern) gespendet werden.

Kompendium des Katechismus der Katholischen Kirche 317

Die Feier dieses Sakramentes besteht im Wesentlichen in der Salbung der Stirn und der Hände des Kranken (im römischen Ritus) oder auch weiterer Körperteile (in anderen Riten) mit dem Öl, das, wenn möglich, vom Bischof geweiht wurde. Diese Salbung wird begleitet durch das Gebet des Priesters, das die besondere Gnade dieses Sakramentes erfleht.

Kompendium des Katechismus der Katholischen Kirche 318

Es verleiht eine besondere Gnade, die den Kranken zu seinem eigenen Wohl und zum Wohl der ganzen Kirche noch inniger mit dem Leiden Christi vereint, ihm Trost, Friede, Mut und auch die Vergebung der Sünden schenkt, wenn der Kranke nicht beichten konnte. Manchmal, wenn Gott es will, gewährt dieses Sakrament auch die Genesung des Leibes. In jedem Fall bereitet diese Salbung den Kranken auf den Hinübergang in das Haus des Vaters vor.

Kompendium des Katechismus der Katholischen Kirche 319

Die Wegzehrung ist die Eucharistie, die jene empfangen, die am Ende des irdischen Lebens angelangt sind und sich auf den Hinübergang in das ewige Leben vorbereiten. In diesem Moment des Hinübergangs zum Vater ist die Kommunion mit dem Leib und mit dem Blut des gestorbenen und auferstandenen Christus Same des ewigen Lebens und Kraft zur Auferstehung.

Kompendium des Katechismus der Katholischen Kirche 320

Katechismus der Katholischen Kirche

1526 „Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Presbyter der Kirche zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben“ (Jak 5, 14-15).

1527 Das Sakrament der Krankensalbung verleiht dem Christen, der die mit schwerer Krankheit oder mit dem Alter gegebenen Schwierigkeiten durchmacht, eine besondere Gnade.

1528 Der Zeitpunkt, an dem man die heilige Salbung empfangen soll, ist spätestens dann gekommen, wenn man sich wegen Krankheit oder Altersschwache in Todesgefahr befindet.

1529 Ein Christ darf die heilige Salbung jedesmal empfangen, wenn er schwer krank wird, und jedesmal, wenn sich die Krankheit wieder verschlimmert.

1530 Nur Priester (Presbyter und Bischöfe) können die Krankensalbung spenden; sie verwenden dazu Öl, das vom Bischof oder im Notfall vom Zelebranten selbst geweiht worden ist.

1531 Die Feier der Krankensalbung besteht im wesentlichen in der Salbung der Stirn und der Hände des Kranken (im römischen Ritus) oder weiterer Körperstellen (in den ostkirchlichen Riten). Diese Salbung wird durch das liturgische Gebet des Zelebranten begleitet, das um die besondere Gnade dieses Sakramentes bittet.

1532 Wirkungen der besonderen Gnade des Sakramentes der Krankensalbung sind:

  • die Vereinigung des Kranken mit dem Leiden Christi für sein eigenes Heil und das der ganzen Kirche;
  • Trost, Friede und Mut, um die Leiden der Krankheit oder des Alters christlich zu ertragen;
  • die Vergebung der Sünden, falls der Kranke sie nicht durch das Bußsakrament erlangen konnte;
  • die Genesung, falls dies dem Heil der Seele zuträglich ist;
  • die Vorbereitung auf den Hinübergang in das ewige Leben.