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Christliche Meditation:Begegnung mit Jesus Christus

Der Begriff Meditieren hat in westlichen Ländern oft einen fernöstlichen Beigeschmack. Dabei bedeutet das Wort Meditieren in etwa «aufmerksam sein, sich versenken/vertiefen, sein Augenmerk, seine Gedanken richten auf, sich konzentrieren» und hat somit nicht zwingend etwas mit Religion zu tun.
Vor einem Sonnenuntergang als Schatten zu erkennender Mensch neben einem großen Kreuz; der Mensch breitet die Arme aus
Datum:
16. März 2026
Von:
E. Langenfeld | red. jms
Gebet in Ruhe als Schlüssel zur Balance

Wir könnten den Unterschied zwischen christlicher und allgemeiner Meditation folgendermaßen beschreiben:

In der allgemeinen Meditation ist das Ziel das «innere leer werden», nichts denken oder fühlen. Christliche Meditation hingegen ist nicht nur Leer-Werden; sie ist Leer-werden und Gefüllt-werden mit und in der Gegenwart Christi.
In der christlichen Meditation richte ich mich auf Gott und Jesus aus. Es geht um meine Begegnung mit IHM, der mein Herz bewegt und in meinem Innersten eine Wandlung bewirkt. Diese Meditation oder Stille ist also beziehungsorientiert, sie ist Begegnung mit Gott.

Meditationsabend mit dem Ruhegebet
Unser Meditationsabend (ca. 1 Stunde) mit dem Ruhegebet strukturiert sich folgendermaßen:

  • Gebet oder Lied
  • Austausch, wie komme ich heute Abend hier an? Ich lege alles in Gottes Hände.
  • Impuls, Bibelstelle
  • 1. Stille (5 - 10 Minuten)
    Den Text auf mich wirken lassen und das Wort, das mich bewegt, meditieren oder mit ins Ruhegebet nehmen
  • Austausch
  • 2. Stille (10 - 15 Minuten)
    Ruhegebet
  • Vater Unser
    Gebet oder Lied und Segensbitte

Termine
Die Termine zu den Ruhegebeten finden Sie hier: Geistliche Impulse | Pfarrei Heilig Kreuz Schwalbach

Folgende Geschichte zeigt uns besser als jede Erklärung, wie das mit dem Schweigen wirken kann:

"Eines Tages kamen einige Menschen zu einem einsamen Mönch. „Was für einen Sinn siehst du in deinem Leben in der Stille und der Meditation?", fragten sie. Der Mönch war mit dem Schöpfen von Wasser aus einem tiefen Brunnen beschäftigt.

Er sprach zu seinen Besuchern: "Schaut in den Brunnen. Was seht ihr?"
Die Leute blickten in den tiefen Brunnen: „Wir sehen nichts!"

Nach einer Weile forderte der Mönch die Leute erneut auf: „Schaut in den Brunnen! Was seht ihr jetzt?"
Die Leute blickten wieder hinunter: „Ja, jetzt sehen wir uns selber!"

Der Mönch sprach: „Nun, als ich vorhin Wasser schöpfte, war das Wasser unruhig. Jetzt ist das Wasser ruhig. Das ist die Erfahrung der Stille und der Meditation: Man sieht sich selber! Und nun wartet noch eine Weile."

Nach einer Weile sagte der Mönch erneut: „Schaut jetzt in den Brunnen. Was seht ihr?" Die Menschen schauten hinunter: „Nun sehen wir die Steine auf dem Grund des Brunnens." Da erklärte der Mönch: „Das ist die Erfahrung der Stille und der Meditation: Wenn man lange genug wartet, sieht man den Grund aller Dinge."

(Verfasser unbekannt)