Pfarrgemeinderat

Der Pfarrgemeinderat sieht seine wichtigste Aufgabe darin, die Pastoral – also den geistlichen Weg der Gemeinde –  an der Seite der Seelsorger und Seelsorgerinnen mitzugestalten. Das Ziel des Pfarrgemeinderates für die erste Wahlperiode ist es, die Pfarrgemeinde auf einen geistlichen Weg zu führen. Die Mitte, das Zentrum unseres Denkens und Handelns ist Jesus Christus. Er ist anwesend in allem was wir tun. Seine Gegenwart nehmen wir am deutlichsten wahr in der Feier der hl. Eucharistie. Aus dieser Haltung heraus, weiß sich der Pfarrgemeinderat verantwortlich für die Armen unserer Gesellschaft, für die „Menschen am Rande“. Auf sie richtet sich sein Interesse, ebenso wie auf die Familien. Die Familie ist der Grundstock unserer Pfarrei. In ihr sehen wir die Zukunft. Vielfältig wie die Gesellschaft ist inzwischen auch das Gesicht unserer Familien, ebenso vielfältig wie die daraus resultierenden Probleme. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, zu helfen und helfend zur Seite zu stehen, wann immer wir gebraucht werden.
Vorsitzender: Herr Matthias Loew

Gedanken des Pfarrgemeinderatsvorsitzenden am Ende des Jahres 2020

Liebe Mitchristen!

Der Titel des Buches eines kanadischen Autors, das im Herbst erschienen ist, lautet: „Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise“

Dass das so ist, erleben wir seit rund 10 Monaten ganz praktisch. Sorge, Angst, Verlust, Verdrängung, Ärger, Wut, Unsicherheit, Missmut, Einsamkeit sind Schlagworte, die eine ungewohnte Realität deutlich machen. Wo wir heute stehen, weiß jeder von uns selbst am besten. Vieles ist eben anders.

Nun ein erster Gedanke zu Weihnachten, das auch anders sein wird.

Ich möchte Sie einladen, mal einen etwas anderen Blick auf dieses besondere Fest zu werfen, womit ich den Anstoß Pastor Müllers aus seiner Predigt vom 1. Advent aufgreifen möchte: Staunen lernen über das Handeln Gottes, über seine Liebe, die ganz ungewöhnliche Wege geht. Gott kommt eben nicht zu uns in seiner Macht und Herrlichkeit, sondern er ist zu uns ‚heruntergekommen'. Sören Kierkegaard, der dänische fromme „Querdenker“ seiner Zeit, hat das in seiner bewegenden Geschichte zum Ausdruck gebracht, wo ein König, der seinen Thron verließ, Krone, Zepter und Purpurmantel ablegte, selbst ein Bauer wurde, um die Liebe eines einfachen Bauernmädchens zu gewinnen. Würde das Mädchen diesen Bettler haben wollen?

Genau dieses Risiko ist der himmlische König eingegangen. Er kam in Gestalt eines ärmlichen Menschen in sein Eigentum. Damit lief er Gefahr, verkannt zu werden, bis heute. Viele nahmen ihn nicht auf, damals wie heute. Aber er ging dieses Risiko ein, weil er uns liebt. Und weil er auf unser Ja wartet.

Ein weiterer Gedanke darf sich mit der Frage beschäftigen, wie offen wir für Neues sind, auch im Umgang mit oder in der Deutung von Corona, und wie wir dies dann mit unserem Glauben in Verbindung bringen.

Aber zunächst das hier:

Der Arzt beugte sich über die leblose Gestalt im Bett. Dann richtete er sich auf und sagte: „Es tut mir leid, aber ich muss Ihnen sagen, Ihr Mann lebt nicht mehr, meine Liebe.“ Von der leblosen Gestalt im Bett kam ein schwacher Protest: „Doch, ich lebe noch.“ „Halt den Mund“, sagte seine Frau, „der Arzt weiß das besser als du.“

Wem glauben wir?

Ich habe mal irgendwo gehört: Input ist gleich Output. Was ich in meine Gedanken, in mein Herz reinlasse, womit ich mich beschäftige, mir anhöre, anschaue, das ist mein Input. Und all das macht sich in irgendeiner Form ein Zuhause in meinem Wesen, in meinem Denken, in meinem Reden, in meinem Tun. Irgendwann kommt es raus, in irgendeiner Form. Deshalb ist die Frage schon wichtig: Wovon „ernähren“ wir uns?

Wir brauchen geistliche Nahrung. Das ist so wichtig in Corona-Zeiten.

Pater Hans Buob, der Leiter des Exerzitienhauses St. Ulrich in Hochaltingen hat im November in einem Vortrag gesagt:

Die ganze Weltgeschichte ist Heilsgeschichte. […] Wenn ich von diesem Gott ausgehe, dem Schöpfer des Himmels und der Erde, der Vater ist und der die ganze Schöpfung auf den Menschen hin, für den Menschen geschaffen hat, nur.[…]. Dann kann es doch nicht etwas geben neben Gott, auf das Gott keinen Einfluss hat. Ja dann kann ich mich doch nicht mehr auf ihn verlassen, wenn es Ereignisse gibt, wo er keinen Einfluss hat, was nix mit ihm zu tun hat. Was habe ich denn da für einen Vater, der hilflos ist? Nein, Weltgeschichte, die ganze Weltgeschichte ist Heilsgeschichte.“

Und Rainer Harter, der Leiter des Gebetshauses Freiburg, schrieb vor kurzem in einem öffentlichen Brief:

„Obwohl ich keine eigene Interpretation zum Ausbruch des Corona-Viruses gefunden habe, ist mein Vertrauen in Gott unerschüttert, denn in den Rahmen meines Gottesbildes passt ein großer weißer Fleck, den ich «Nichtwissen» nenne. […] Alles was ich über Gott weiß und mit ihm erfahren durfte, lässt mich ihm auch in den Bereichen vertrauen, in denen ich keine Antworten habe.“

Sicher haben viele Menschen aus unserer Gemeinde in den vergangenen Monaten, was den Virus betrifft, im Gebet Trost und Hilfe gesucht.

Der geistliche Autor Martin Schleske schreibt über das Beten:

„Jesus lehrt seine Jünger, erwartungsvoll zu beten. Doch er lehrt sie nicht, sich in mühsamen Zeiten aus dem eigenen Leben „herauszubeten“, anstatt die Dinge wirklich anzusehen und zu fragen, was es darin zu lernen und zu begreifen gilt.“ Und an anderer Stelle: „Gott wird Raum in unserem Leben finden, wenn wir ihm diesen Raum „einräumen“. Und ich ergänze: …, wenn wir das Unsere tun.

So freue ich mich und bin dankbar für das Neue, das uns in Heilig Kreuz im zurückliegenden Jahr geschenkt worden ist. Hier nur einige Beispiele:

  • Der sonntägliche Gottesdienst hat gewonnen durch das Wechselgebet des Psalms, durch den Kantorengesang, durch neue Messdienerlektoren und durch Stillezeiten.
  • Liebe Menschen aus allen Pfarrbezirken - viele davon sind Mitglieder des PGR - engagieren sich Sonntag für Sonntag, und seit Oktober auch werktags, in einem nicht immer einfachen Dienst im Empfangsteam.
  • Seit dem ersten Lock-Down werden Lebensmittelpakete zusammengestellt und an Bedürftige verteilt.

Es bereitet Freude, ganz konkret zu erleben, was Dr. Hoffmann an Christkönig in einer Predigt sagte: „Christlicher Glaube ist keine Theorie, der man zustimmen kann oder nicht, sondern Praxis.“ Und weiter: „Jeder kann diesem König auf individuelle, auf seine ganz eigene Weise dienen.“  Zusammenfassend kann ich sagen: Wir haben in unserer Pfarrei eine große Mannschaft an Ehrenamtlichen, mit so vielen Ideen. Wir lassen uns jetzt nicht entmutigen, wir müssen schauen, dass es bei uns gut weitergehen kann. So bemüht sich auch der Pfarrgemeinderat, zusammen mit unserem Pastor immer wieder „unkonventionelle Wege“ zu gehen, und sei es, sich in einer Video-Konferenz mit Zoom zu treffen.

Eine Aufgabe, die sicher ein gutes Einfühlungsvermögen braucht, ist es, Menschen, die die ganze Zeit nicht zum Gottesdienst gekommen sind, wieder zur gemeinsamen Eucharistiefeier einzuladen.

Nun will ich noch einen letzten Gedanken auf die Zukunft werfen.

Papst Franziskus schreibt in Evangelii Gaudium (49):

„Wenn uns etwas in heilige Sorge versetzen und unser Gewissen beunruhigen soll, dann ist es die Tatsache, dass so viele unserer Brüder und Schwestern ohne die Kraft, das Licht und den Trost der Freundschaft mit Jesus Christus leben, ohne eine Glaubensgemeinschaft, die sie aufnimmt, ohne einen Horizont von Sinn und Leben.“

Die Haltung: Bei uns in Heilig Kreuz ist die Welt, was den Glauben betrifft, doch noch in Ordnung, und man ist stolz auf noch so regen Gottesdienstbesuch, blendet, so glaube ich den Missionsauftrag aus.

Fällt uns nicht auf, wie viele Plätze in unseren Kirchen leer bleiben?

Es gibt also viel zu tun. Gott „braucht“ jeden von uns für sein Werk.

Natürlich sind wir frei, bei einer negativen Bewertung eigener Gaben, Möglichkeiten und Talente stehenzubleiben. Doch bin ich fest davon überzeugt: Mit der Hilfe Gottes ist noch mehr drin bei uns. Auch in Corona-Zeiten und auch im neuen Jahr 2021.

Der Papst macht uns Mut (Evangelii Gaudium, 109):

„Die Herausforderungen existieren, um überwunden zu werden. […] Lassen wir uns die missionarische Kraft nicht nehmen!“

So will ich zum Schluss uns allen eine heilsame Erfahrung wünschen mit dem gütigen Gott, der zu uns neu herunterkommen will, und daraus viel Kraft und Zuversicht für das, was vor uns liegt. Er möge uns mit seinem Segen in allen Stunden unseres Lebens begleiten.


In diesem Sinn möchte ich Ihnen allen frohe Weihnachten und ein gutes, neues Jahr 2021 wünschen.                            

Matthias Loew

Kontakt

Pfarrei Heilig Kreuz

Hauptstraße 206

66773 Schwalbach

 

Tel.: 06834 / 956967-0

Fax: 06834 / 956967-1

E-Mail:

pfarrbuero@schwalbachheiligkreuz.de

Telefonische Erreichbarkeit

Zentrales Pfarrbüro: 06834/9569670
Mo bis Fr 09:00 Uhr - 12:00 Uhr
Mo 15:00 Uhr - 18:00 Uhr
Mi 15:00 Uhr - 18:00 Uhr
Do 15:00 Uhr - 18:00 Uhr

Pfarrbezirk Elm: 06834/52134
Mo 09:00 Uhr - 12:00 Uhr

Pfarrbezirk Hülzweiler: 06831/958822
Di 09:00 Uhr - 12:00 Uhr

 

Corona Hinweise

Zurzeit ist nur das zentrale Pfarrbüro für den Publikumsverkehr geöffnet. Sollte in den anderen Pfarrbüros eine persönliche Vorsprache dennoch erforderlich sein, bitten wir um vorherige telefonische Terminabsprache.